Michael Scherrer
Er analysiert die Gegner des FC Aarau
Nach Schonzeit seit dem 1. Oktober begann traditionsgemäss für die Mitglieder des FV Aarburg am 16. März die Forellensaison. Der Wasserpegel der Aare ist sehr niedrig und die kalte Bise bläst den Hobbyanglern kräftig um die Ohren. Nichtsdestotrotz stehen ab 6 Uhr die «ganz Angefressenen» bereits am Fluss. Trotz heftiger Bise und Fangbaisse herrschte eine gute Stimmung am River.
AarburgFür die Mitglieder des 1911 gegründeten Fischervereins ist der 16. März der ultimative «Vatertag». Stunden vergehen und Bisse sind keine zu vernehmen. Gegen Mittag zieht es viele «beutelose» Angler – darunter auch Jungfischer – zu den «Fischerhüsli». Dort werden die Petrijünger von Hobbyköchen jeweils verwöhnt. Auch heuer bewiesen sie Sitzleder. Es wurde gefachsimpelt; thematisiert wurden auch die aktuellen Schlagzeilen rund um die PFAS-Belastung in den Gewässern. Laut Kanton sind rund 28 % der Fische aus den untersuchten Gewässern (u. a. Hallwilersee, Reuss) mit den Ewigkeitschemikalien über den gesetzlichen Werten belastet.
Zu Beginn der Saison stehen die meisten Forellen im Energiesparmodus träge am Grund und bewegen sich nur selten ins Freiwasser. Unser Land ist von zwei Bergketten geprägt, dem Jura und den Alpen. Unzählige Bäche entspringen hier, fliessen durch unterschiedlichstes Terrain und werden schliesslich zu Flüssen. In den oberen Höhenlagen dominiert noch die Forelle unsere Fliessgewässer. So ist der Edelfisch noch immer der beliebteste Zielfisch der Schweiz.
Weil das Wasser immer wärmer wird, geht der Bestand kälteliebender Fischarten in Aare, Reuss, Limmat und Rhein dramatisch zurück. 13'879 der Edelfische, die mit dem Lachs verwandt sind, wurden noch 2004 im Aargau gefangen. Die letzten verfügbaren Zahlen in der kantonalen Fischfangstatistik stammen aus dem Jahr 2024, damals zappelten 1284 Forellen am Haken oder im Netz. «Wenn sich die Wassertemperaturen weiter erhöhen, wird es im Mittelland dereinst keine Forellen mehr geben», prophezeit David Bittner vom Schweizer Fischerei-Verband.
Konstruiert man folgende Milchbüchleinrechnung, allerdings ohne Gewähr: Am 16. März standen rund 35 Petrijünger – vom Kraftwerk flussabwärts bis zur «Aarbiger Woog» – durchschnittlich vier Stunden am Fluss. Ergibt unter dem Strich 140 Anglerstunden. Die an einer Hand abzählbaren gefangenen Forellen bestätigen eindrücklich die Misere. Kleiner Trost: Bis am 1. Oktober wird noch viel Wasser die Aare runterfliessen und der Fisch und sein Narr noch manches Duell ausfechten.
«Heuer waren der Aufmarsch und die Stimmung trotz kalter Bise sehr erfreulich», wie Vereinspräsident Simon Klöti bei seinem Besuch in der «Villa Hecht» konstatierte, wo Michael Lerch und Roland Sommer ausgezeichnet für das leibliche Wohl ihrer Kollegen sorgten. –
Zum Saisonauftakt gehört, dass die Fischereiaufseher, nachdem sich die Fischer den obligaten Fischergruss «Petri Heil!» zugerufen haben, die Patente sowie die erforderlichen Sachkundenachweise kontrollieren, die bezeugen, dass die Angler ausreichende Kenntnisse über die tierschutzgerechte Ausübung der Fischerei haben.
Bruno Muntwyler
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