Beat Wormstetter
spielt Titus Fuchs in der Tragikomödie "FUCHS.Ein Absturz.Ein Coup" im Spitel Küttigen
Für seine neue Komödie «De Yeti vom Chrüzmoor» hat der Verein Theater Improvisorisch erstmals einen professionellen Regisseur verpflichtet. Die Chemie stimmt und die Proben laufen auf Hochtouren. In rund zwei Wochen ist Premiere.
Gränichen Nachdem die langjährige Regisseurin Susanna Nyfeler letztes Jahr ihre Abschiedsvorstellung gab, galt es für den Verein Theater Improvisorisch Gränichen, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu finden. «Wir haben uns zunächst überlegt, selber die Regie zu machen, diese Idee aber rasch verworfen. Über die Regieliste des Aargauer Theaterverbands, der zum Zentralverband Schweizer Volkstheater gehört, habe ich dann Richard Wehrli kennengelernt», erzählt Vereinspräsidentin Theres Hediger.
«Ausschlaggebend für mich war die Sympathie und auch die Frage, ob Richard ganz unabhängig von seinem Background zu unserer Gruppe passt. Mein Bauchgefühl sagte ja und hat mich nicht getäuscht. Es harmoniert sehr gut und das Team arbeitet sehr gerne mit Richard zusammen.»
Richard Wehrli bringt rund 40 Jahre Erfahrung in der Theaterarbeit mit, sowohl mit Profis als auch mit Amateurgruppen und Kindern. Sein Schwerpunkt liegt im Volkstheater sowie in der theaterpädagogischen Arbeit. Auf die Frage, auf was er beim Amateurtheater Wert legt, antwortet er: «Mir liegt besonders am Herzen, dass sich die Schauspielerinnen und Schauspieler wohlfühlen und in der Theaterarbeit Spass haben.»
Da alle Beteiligten ihre Freizeit investieren, stehe für ihn eine positive, wertschätzende Zusammenarbeit im Zentrum. Zudem betont er die Bedeutung einer vielfältigen Gruppe, um unterschiedliche Rollen glaubwürdig besetzen zu können.
Im Probenprozess ist Wehrli ein authentisches Spiel wichtig und dass sich jede Person in ihrer Rolle sicher fühlt. Auch Komödien erfordern seiner Meinung nach Präzision und Ernsthaftigkeit im Spiel, damit die Wirkung beim Publikum stimmt. Während der aktuellen Probenphase lässt er die Szenen bewusst möglichst frei laufen, beobachtet genau und hält seine Anmerkungen schriftlich fest. So kann er allenfalls noch ein wenig Feinschliff anbringen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.
Der Regisseur beschreibt das Ensemble als eingespielt und hebt die familiäre, harmonische Atmosphäre hervor. Diese gegenseitige Vertrautheit erleichtere die Zusammenarbeit und fördere die Spielfreude. Auch von Seiten des Vereins wird die Zusammenarbeit als sehr stimmig empfunden. Übrigens steht Vereinspräsidentin Theres Hediger in diesem Jahr selbst nicht auf der Bühne, sondern übernimmt das Bistro.
Die Stückauswahl erfolgt jeweils gemeinsam im Team und orientiert sich stark daran, wer im aktuellen Jahr mitspielt. Aus einer Auswahl geeigneter Stücke wird gemeinsam entschieden, welches zur Gruppe passt. «De Yeti vom Chrüzmoor» ist ein dreiaktiges Stück von rund 100 Minuten Dauer, wobei nach dem zweiten Akt eine Pause eingelegt wird.
In dieser Zeit sorgt das vereinseigene Bistro mit selber gemachten Sandwiches, Kuchen sowie Kaffee und Getränken – darunter auch eine kleine Bar – für das leibliche Wohl der Gäste und trägt zur geselligen Atmosphäre bei.
Finanziell steht es echt schlecht um das Restaurant Rössli: Wirt Franz kämpft mit Schulden, Mahnungen häufen sich, und selbst der Lohn für die Serviertochter bleibt aus. Um den Betrieb zu retten, braucht es dringend eine Idee, die Gäste anlockt.
Die Inspiration kommt aus der Zeitung: Franz plant, im ruhigen Chrüzmoor eine Yetisichtung vorzutäuschen. Die Sensation soll Neugier wecken und dem Rössli neuen Auftrieb geben. Doch auch ein zwielichtiger Gast aus dem Rotlichtmilieu verfolgt eigene Ziele und will die Gaststätte günstig übernehmen. Die Legende einer Moorleiche spielt ihm dabei in die Hände.
So treiben plötzlich zwei schaurige Gestalten ihr Unwesen. Zusätzlich greifen eine Journalistin, eine Tierschützerin und ein kurzsichtiger Jäger ein – die Ereignisse geraten ausser Kontrolle. Das Publikum darf sich auf eine turbulente Komödie voller Missverständnisse und Situationskomik freuen.
Neben den Aufführungen engagiert sich der Verein auch im Dorfleben, etwa bei der Gränicher Gewerbeausstellung, wo Mitglieder beim Losverkauf mithelfen. Mit Blick auf das kommende Jahr steht zudem ein besonderes Ereignis bevor: das 20-Jahr-Jubiläum des Theatervereins. «Dazu haben wir uns noch keine Gedanken gemacht, wir konzentrieren uns jetzt auf die Aufführungen. Danach schauen wir mal, ob wir etwas Spezielles machen wollen, allenfalls wieder unter der Regie von Richard Wehrli. Auf jeden Fall ist die Aula für den Frühling 2027 schon reserviert», so Theres Hediger.
Von Olivier Diethelm
Komödie in drei Akten (Dauer ca. 100 Min.) von Dieter Gygli
in der Aula Primarschule in Gränichen
Spieldaten im April 2026:
Fr. 17./Sa. 18./Fr. 24./Sa. 25.
jeweils um 20 Uhr
So. 19./So. 26.
jeweils um 14 Uhr
Reservationen:
reservation@improvisorisch.ch
077 497 42 25 (Bürozeiten)
www.improvisorisch.ch
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